Steueränderungen 2017!

Wie jedes Jahr gibt es auch in diesem Jahr Neuerungen im Steuerrecht. Hier die wichtigsten, aktuellen Änderungen im Überblick:

1. Erhöhung des Grundfreibetrags

Der für alle geltende Grundfreibetrag (sog. Existenzminimum) wird 2017 um 168 Euro von derzeit 8.652 Euro auf 8.820 Euro angehoben.

2. Erhöhung beim Kindergeld & Kinderfreibetrag

Das Kindergeld wird ab dem 1.1.2017 angehoben. Es liegt bei 192 Euro für das 1. und 2. Kind, 198 Euro für das 3. Kind und 223 Euro ab dem 4. Kind erhöht. Der Kinderfreibetrag liegt 2017 bei 4.716 Euro. Der Entlastungsbeitrag für Alleinerziehende liegt bei 2017 1.908 Euro.

3. Rente

Ab dem 1.1.2017 steigt der steuerpflichtige Rentenanteil von 72 auf 74 Prozent. Dieser Prozentsatz gilt für die im Jahr 2017 neu hinzukommenden Rentnerjahrgänge. Bei Bestandsrenten gilt der festgesetzte steuerpflichtige Rentenanteil weiterhin.

4. Neue Steuererklärungsfristen

Die Steuerklärungen 2016 müssen bis zum 31.05.2017 abgegeben werden. Ab dem Steuerjahr 2018, also erstmals für die Steuererklärungen 2017, gilt eine neue Abgabefrist für alle Steuererklärungen: Diese müssen dann erst bis zum 31. Juli des Folgejahres (für die Steuererklärung 2017 also bis zum 31. Juli 2018) beim Finanzamt eingehen. Wenn Sie einen Steuerberater mit der Erstellung der Steuererklärung beauftragen, hat dieser künftig bis zum 28/29. Februar des übernächsten Jahres Zeit, die Steuererklärungen abzugeben. Für die Steuererklärung 2017 wäre also der 28./29. Februar 2019 Fristende.

5. Neuregelung der Verspätungszuschläge

Im Zuge der der Verlängerung der Abgabefristen wird auch der Verspätungszuschlag im Steuerrecht neu geregelt. Ob ein Verspätungszuschlag festgesetzt wird, liegt im Ermessen des Bearbeiters im Finanzamt. Ausschlaggebend ist dabei aber künftig nur noch das Nicht-Einhalten eines Abgabetermins. Der Verspätungszuschlag droht künftig auch dann, wenn es zu keiner Steuernachzahlung oder einer Steuererstattung kommt oder die Steuer 0 Euro beträgt. Oftmals wird allerdings bei der erstmaligen Verspätung in der Regel ein Auge zugedrückt – es sei denn, die Veranlagung führt zu einer größeren Steuernachforderung.

Im Steuerrecht ist die Berechnung des Verspätungszuschlags gesetzlich geregelt. Dieser beträgt bei Jahressteuererklärungen 0,25 % der Steuernachzahlung für jeden angefangenen Monat der Verspätung, mindestens jedoch 25 EUR je Monat. Durch die genaue Vorgabe im Steuergesetz sollen künftig Rechtsstreitigkeiten vermieden werden.

6. Schreib- und Rechenfehler: Korrektur möglich

Sind bei der Erstellung der Steuererklärungen Schreib- oder Rechenfehler unterlaufen und wurden diese nicht innerhalb der einmonatigen Einspruchsfrist bemerkt, konnte der Steuerbescheid nicht mehr geändert werden. Eine Ausnahme bestand nur, wenn dem Finanzamt ein Fehler unterlaufen war, der eine offenbare Unrichtigkeit darstellte.

Dies ändert sich jetzt mit der neuen Vorschrift des § 173a AO. Künftig können Schreib- oder Rechenfehler auch des Steuerpflichtigen korrigiert werden. Das Finanzamt muss dann die Steuerbescheide aufheben oder ändern, soweit bei Erstellung der Steuererklärung dem Steuerpflichtigen Schreib- oder Rechenfehler unterlaufen sind und dem Finanzamt damit Tatsachen unzutreffend mitgeteilt wurden. Der neue § 173a AO gilt für alle Steuerbescheide, die ab dem 1.1.2017 erlassen werden.

7. Die Belegvorlagepflicht wird ersetzt durch die Belegvorhaltepflicht

Eine erhebliche Vereinfachung dürfte die Neufassung des Steuergesetzes in Bezug auf die Belegvorlage sein. Der Grund: Künftig müssen mit der Steuererklärung keine Belege mehr eingereicht werden. Das Finanzamt kann die Unterlagen aber bei Bedarf anfordern. Aus der Vorlagepflicht wird damit eine Aufbewahrungspflicht. Belege, die nicht vom Finanzamt angefordert werden, müssen ab Erhalt des Steuerbescheids noch ein Jahr aufgehoben werden.

Natürlich wird es nicht beanstandet weiterhin Belege freiwillig an das Finanzamt zu übermitteln. Insbesondere bei der Geltendmachung von ungewöhnlich hohen abzugsfähigen Kosten kann das empfehlenswert sein, um hier Nachfragen des Finanzamts zu vermeiden und so die Veranlagung beschleunigen.

8. Verbindliche Auskunft

Künftig hat das Finanzamt nur noch sechs Monate Zeit um über einen Antrag auf verbindliche Auskunft zu entscheiden und darf nur einmal Gebühren dafür erheben. Falls in dieser eine Entscheidung nicht möglich sein sollte, müssen dem Antragsteller die entsprechenden Gründe mitgeteilt werden.

Bei weiteren Fragen, wenden Sie sich bitte an die Kanzlei Öksüz.

 

Dipl.-Kfm. Turgut Öksüz, Steuerberater

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